Doug erklärte: „Na ja, es ist kein Blankoscheck oder so was. Man muss diese Aussage im Kontext der Gesamtaussage der Bibel zum Thema Gebet sehen. Aber ja, es ist wirklich wahr. Jesus erhört Gebete!“ „Super!“, rief Bob „Dann fange ich jetzt an, für eine bestimmte Sache zu beten. Wie wäre es mit Afrika?“ „Das ist ein weites Feld. Wie wäre es damit, es ein bißchen zu spezifizieren? Vielleicht beschränkst du dich erst einmal auf ein Land“, schlug Doug vor. „Okay, dann nehme ich Kenia!“ „Kennst du jemanden dort?“ „Nein!“ „Warst du schon einmal in Kenia?“, wollte Doug wissen. „Nein. Ich will einfach nur für dieses Land beten.“

Also trafen sie eine eher ungewöhnliche Abmachung. Doug schlug Bob vor, sechs Monate lang jeden Tag für Kenia zu beten. Wenn Bob das tun und nichts Ungewöhnliches geschehen würde, würde Doug ihm 500 Dollar zahlen. Doch wenn etwas Bemerkenswertes geschehen würde, musste Bob Doug 500 Dollar zahlen. Bob begann also zu beten und eine ganze Weile passierte nichts.

Dann ging er eines Tages mit einer Gruppe von Leuten zum Abendessen, von denen er einige nicht kannte. Sie tauschten sich über ihre Berufe aus und eine Dame erzählte, dass sie in einem Waisenhaus in Kenia arbeitete. Bob sah seine 500 Dollar entschwinden. Doch er konnte nicht ruhig bleiben. Er hatte bisher noch nicht viel gesagt, aber nun löcherte er die arme Frau förmlich mit Fragen. „Sie haben offensichtlich starkes Interesse an Kenia“, meinte die Frau schließlich überwältigt. „Waren Sie schon einmal dort?“ „Nein“ „Kennen Sie jemanden in Kenia?“ „Nein!“ „Warum interessiert es Sie denn so?“„Nun ja ‚ das ist so...“ meinte Bob und begann zu erklären. Die Dame lud ihn ein, nach Kenia zu kommen und sich das Waisenhaus anzusehen. Bob wäre am liebsten noch am selben Abend aufgebrochen.

Als er schließlich in Kenia ankam, war er entsetzt über die Armut und katastrophale medizinische Versorgung. Zurück in Washington konnte er an nichts anderes mehr denken. Er schrieb an verschiedene pharmazeutische Großkonzerne und beschrieb ihnen das Elend, das er gesehen hatte. Er bat sie, die unverkauften Restbestände ihrer Produkte nicht wegzuwerfen, sondern ihm zu spenden. Manche taten es tatsächlich und das Waisenhaus erhielt Medikamente im Wert von über einer Million Dollar. Die Leiterin rief Bob an und lud ihn zu einer großen Dankesparty ein.

Er flog wieder nach Kenia und wurde sogar dem kenianischen Präsidenten vorgestellt (es handelte sich um das größte Waisenhaus des Landes). Gemeinsam machten sie eine Stadtrundfahrt durch Nairobi und besichtigten dabei auch ein Gefängnis. Bob erkundigte sich nach einer Gruppe von Gefangenen. „Das sind politische Gefangene“, erklärte man ihm. „Sie sollten sie freilassen!“ fand Bob.

Als er wieder zu Hause war, erhielt Bob einen Anruf aus dem Weißen Haus. „Sind Sie Bob?“, fragte der Regierungsbeamte. „Ja“ „Waren Sie kürzlich in Kenia?“ „Ja“ „Haben Sie gegenüber dem Präsidenten irgendwelche Statements zu politischen Gefangenen abgegeben?“„Ja“ „Was haben Sie gesagt?“ „Ich sagte, er solle sie freilassen.“ Der Regierungsbeamte erzählte Bob, dass seine Abteilung seit Jahren versuchte, die Freilassung dieser Gefangenen zu bewirken - ohne Erfolg. Alle diplomatischen Möglichkeiten waren ausgeschöpft. Doch plötzlich waren die Gefangenen freigelassen worden, und man hatte ihnen mitgeteilt, dass dieses das Verdienst eines gewissen Bob sei. Sie wollten sich nur bei ihm bedanken.

Einige Monate später rief der kenianische Präsident bei Bob an. Er wollte sein Kabinett neu besetzen. Er fragte, ob Bob bereit sei, nach Kenia zu fliegen und für ihn zu beten, während er diese wichtige Auswahl traf.